TCM Hühnerkraftsuppe

Eine Kraftsuppe stärkt unsere Abwehrenergie und je länger die Brühe gekocht wird, umso mehr Yang (Wärme) und Qi (Energie) enthält sie. Fleischkraftsuppen werden nur vorbeugend oder zum Aufbau verwendet, da empfohlen wird, während eines Infekts möglichst wenig tierisches Eiweiß zu essen. Wenn wir bereits erkältet sind, ist es besser nur leichte Kost zu essen, wie eine Reissuppe oder eine Gemüsekraftbrühe. Die Kochzeit einer Kraftsuppe sollte zwischen einer und vier Stunden liegen. Fleisch wird in der TCM als sehr potentes Nahrungsmittel gesehen - die Kraftsuppe mit Fleisch wirkt noch stärkender wie eine Gemüsekraftsuppe.

Wirkung:

  • baut Qi auf
  • wärmt – stärkt unser Yang
  • stärkt unsere Mitte, Niere und Leber
  • nährt das Blut

Anwendung:

  • zur Stärkung bei allgemeiner Schwäche
  • bei Qi- und Blutmangel
  • um unsere Abwehrenergie zu stärken
  • nach einem Infekt zum Aufbau
  • nach einer Geburt
TCM Hühnerkraftsuppe

Zutaten: Element:
Petersilie Holz
Rote Rübe mit Schale Feuer
Wacholder Feuer
Huhn Erde
Karotten Erde
Sellerie Erde
Kohlrabi Erde
Stück Ingwer Metall
Lauch oder Zwiebel Metall
Liebstöckel Metall
Salz Wasser



Zubereitung:Gemüse waschen und in grobe Stücke schneiden. Ich verwende immer biologische Zutaten und schäle nur den Kohlrabi und den Sellerie. Zuerst gebe ich das Suppenhuhn in den Topf, übergieße es mit heißem Wasser und lasse es ein paar Minuten köcheln – das Wasser mit dem Schaum wird weggeschüttet. Ich fülle jetzt wieder heißes Wasser (drei bis vier Liter oder mehr) in den Topf, gebe dann Suppenhuhn, mehrere Karotten, Sellerie und Kohlrabi hinzu, danach Lauch/Zwiebel, Ingwer, Liebstöckel, nur eine Prise Salz (ich salze die Suppe erst zum Schluss), dann die Petersilie, die rote Rübe und ein wenig Wacholderbeeren. Die Kräuter und Gewürze gebe ich gerne in einen kleinen Teefilter. Verwende auch gerne andere Kräuter die dir schmecken, wie Majoran, Rosmarin, Bohnenkraut, etc.

Wenn die Kraftsuppe länger als eine Stunde kocht, dann seihe ich zum Schluss alles ab und verwende das Gemüse nicht weiter. Oft tausche ich das Gemüse zum Ende aus, lasse das frische Gemüse noch 20-30 Minuten mitkochen, um es als Suppeneinlage zu verwenden. Das Fleisch (Brust und Keule) nach einer Stunde ablösen und beiseitestellen. Wer es einfacher mag, kann auch nur Keulen kaufen und diese mitkochen. Zum Würzen verwende ich gern eine Gemüse-Kräutermischung (Adios Salz – Gartengemüse, von Sonnentor), wer mag kann auch einen Bio-Suppenwürfel verwenden. Die Suppe wird dann kühl gestellt und portionsweise erwärmt.

Als Suppeneinlage verwende ich gerne Reis (Basmatireis). Dieser ist sehr bekömmlich, glutenfrei und gut für unsere Mitte. Die Suppe kann mit Reis und Gemüse auch gut als pikantes Frühstück gegessen werden.

Info: Beim Kochen nach TCM sollen immer alle Elemente enthalten sein. Je nach Jahreszeit und Vorliebe kann die Zutatenliste angepasst werden. Hilfreich für die Auswahl der Zutaten ist eine TCM Nahrungsmittelliste. :-)

Variationen:

Im Frühling dürfen viele frische Kräuter hinein - um das Leber-Qi zu bewegen und zu aktivieren, auch Stangensellerie und Petersilienwurzen sind gut geeignet, als Suppeneinlage zum Beispiel Grünkern. Im Sommer kann man eine Tomate mitkochen (oder eine rote Rübe wie oben), da dies eine schöne Farbe erzeugt und das Blut nährt. Nun verwendet man weniger heiße Gewürze wie Ingwer, Wacholder, Pfeffer – da es ja sehr warm draußen ist. Auch die Kochzeit kann auch kürzer sein. Für den Herbst und die Übergangszeiten passt die Zutatenliste schon sehr gut, Kohlrabi ist gut für die Lunge und den Darm, auch Lauch oder Rettich sind passend. Im Winter können weiße oder schwarze Bohnen mitgekocht werden, diese stärken die Nierenenergie oder ein kleines Stück Wakame-Alge. Nach einer Geburt können noch mehr blutaufbauende Zutaten hinzugefügt werden, wie Gojibeeren oder chinesische rote Datteln.

Haltbar machen:
Um die Hühnerkraftsuppe auf Vorrat zu haben, kann man die heiße Suppe in gereinigte Schraubgläser füllen, alles auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren (haltbar für einige Wochen). Die Gläser im Geschirrspüler mit der heißesten Stufe waschen oder die Gläser im Backrohr bei ca. 120 Grad, 10 Minuten desinfizieren und die Deckel kurz auskochen.

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Karin Lorenz

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