Die 5 Elemente: Spätsommer - das Erdelement

Das Erdelement entspricht „der Mitte“ und steht speziell für den Spätsommer, aber auch für alle Übergangszeiten. Die entsprechenden Organe vom Erdelement sind Milz und Magen. Sie sind verantwortlich für den Verdauungsprozess und die Milz hat nach östlicher Anschauung mehr „Funktionen“ als aus rein schulmedizinischer Sicht. Aufgrund ihrer Verdauungsfunktion werden Milz und Magen oft mit einem Kochtopf verglichen. Im Magen wird die Nahrung gereift und aus diesem Nahrungsbrei werden mit Hilfe der Milz wertvolle Nahrungsessenzen extrahiert. Diese feinen Essenzen gelangen zum einen zur Lunge (wichtig für unsere Abwehrkraft) und zum Herz, welches dann Blut erzeugt.

Aber nicht nur Nahrung wird in Milz und Magen verdaut, sondern auch geistige Eindrücke. Denken, Konzentration und ein gesunder Menschenverstand werden ebenfalls  der Milz zugeordnet.

Aufgaben Milz:

  • Die Milz wandelt unsere Nahrung in Qi (Lebensenergie) um und ist für den weiteren Transport verantwortlich
  • Die Milz hält das Blut in den Gefäßen und die Organe an ihrem Platz (Bei einer Schwäche kann es z.B. zu einem Organprolaps kommen)
  • Kontrolle über Muskulatur, Fettgewebe und Bindegewebe
  • Das Sinnesorgan ist der Mund
  • Der Geschmack ist süß
  • Die zugehörige Farbe ist gelb
  • Der Geistesaspekt der Milz ist Yi und steht für Konzentration und das Denken
  • Organzeit: von 09:00 bis 11:00 Uhr
  • Positive Eigenschaften: Achtsamkeit, logisches Denken, praktische Veranlagung
  • Negative Emotionen: Sorgen, Grübeln, Fanatismus
Spätsommer - das Erdelement

Aufgaben Magen:

  • Der Magen ist für die Fermentierung und Reifung der Nahrung verantwortlich
  • Zusammen mit der Milz, sorgt der Magen für den Transport der Nahrungsessenzen, vor allem zu den Extremitäten (bei einem Mangel kann es zu Muskelschwäche kommen)
  • Der Magen ist die Quelle der Flüssigkeiten und transformiert aus einem Teil der festen und flüssigen Nahrung wichtige Körperflüssigkeiten
  • Die Energie des Magens steigt abwärts, bei einer Störung kann es zu Aufstoßen, Völlegefühl oder Erbrechen kommen
  • Organzeit: von 07:00 bis 09:00 Uhr

Generell kann man sagen, dass es immer wichtig ist, auf unsere „Mitte“ zu achten. Denn die Verdauungsorgane sind wesentlich dafür verantwortlich, dass wir uns energiegeladen und ausgeglichen fühlen.

Wie merke ich, dass mein Milz-Qi geschwächt ist?
Es können sich vor allem Verdauungsbeschwerden zeigen, sowie Müdigkeit, Muskelschwäche, Heißhunger, Konzentrationsmangel, breiige Stühle, Neigung zu Wasseransammlungen, häufige Infektionen.

Bei einer Tuina Anwendung kann mittels Akupressur und Massage das Milz-Qi angeregt werden. Das Gewebe wird gelockert, gewärmt und das Qi und Blut wird angeregt. Die Anwendung kann mit Moxa unterstützt werden, wenn speziell Wärme gebraucht wird. Und die Wärme in unserer „Mitte“ ist besonders wichtig, um die Nahrung gut umzuwandeln.

Allgemeine Tipps für ein gutes Milz-Qi:

  • Am besten 3 x täglich warm essen
  • Zu regelmäßigen Zeiten essen
  • In Ruhe essen und gut kauen
  • Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger, Abendessen wie ein Bettelmann
  • Auf eine gute Qualität der Nahrungsmittel achten
  • Verzichten Sie auf Fertig- und Tiefkühlprodukte, sowie Mikrowellengerichte
  • Meiden Sie Milchprodukte, Weizen, weißen Zucker und kohlensäurehaltige Getränke
  • Reduzieren Sie Brotmahlzeiten, frisches Brot am besten toasten
  • Verwenden Sie frische Küchenkräuter und Gewürze
  • Rohkost wie Salat und Obst nur in kleinen Mengen, nicht am Abend
  • Am Teller auf viel Gemüse achten, Fleisch und Getreide sollten in kleineren Anteilen dazu gegessen werden
  • Vermehrt Suppen und Eintöpfe essen, sowie Gerichte im Backrohr zubereiten
  • Genießen Sie Ihr Essen

Stärkende Lebensmittel:

  • Reis, Hafer, Gerste, Polenta, Süßreis
  • kleine Mengen: Linsen und Bohnen
  • Karotte, Kartoffel, Süßkartoffel, Kürbis, Pastinake und alle Wurzelgemüse, Fenchel, Kohl, Kohlrabi
  • Rind, Huhn, Lamm
  • Thunfisch, Lachs, alle Süßwasserfische
  • Heißes Wasser, Tee aus Rosmarin, Majoran, Bohnenkraut, Kardamom, Süßholzwurzel
  • Walnüsse, Maroni, Haselnüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Trockenfrüchte
  • kleine Mengen Umeboshi, Miso, Tamari, unpasteurisierter Essig

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Karin Lorenz

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