Psyche & Immunsystem

Früher waren die Mediziner der Meinung, dass unser Immunsystem nicht direkt mit anderen Systemen unseres Körpers zusammen arbeitet. Doch mittlerweile haben verschiedene Studien und Forschungen bewiesen, dass es sehr enge Verbindungen zwischen Gehirn, Psyche und Immunsystem gibt. 

Viele ganzheitlich denkende Medizinsysteme wie die Traditionelle Chinesische Medizin, Tibetische Medizin oder Ayurveda (Traditionelle Indische Medizin), verstehen sich darauf, dass Gesundheit die Aspekte von Körper, Geist und Seele umfasst. Alle äußeren und inneren Einflüsse haben eine Wirkung auf unseren Organismus. In der westlichen Medizin muss diese Erkenntnis erst langsam heranreifen.

Im September 2016 wurden auf dem Innsbrucker Kongress über Psycho-Neuro-Immunologie die neuesten Erkenntnisse auf diesem interessanten Gebiet präsentiert. Wenn Ärzte oder Therapeuten kranken Menschen zu wirklicher Gesundheit verhelfen möchten, muss dieser Mensch in seiner „Ganzheit“ gesehen werden. Alles was sein Leben ausmacht, soll betrachtet werden. Dazu gehört das seelische und körperliche Wohlbefinden. Stressauslöser sowie Ängste und Nöte des Klienten sollen genau erfragt werden.

Beispiel: Ein Patient klagt über Magenschmerzen. der Arzt sollte nicht nur nach den üblichen Ernährungsgewohnheiten fragen, sondern auch, ob diese Person belastenden Situationen ausgesetzt ist.  Wenn die Gründe für die Magenbeschwerden dauerhafter Stress, Eheprobleme oder Geldsorgen sind, werden dem Patienten Medikamente auf Dauer nur bedingt helfen. Hier sind dann auch andere Lösungen gefragt (Psychotherapie, Wechsel des Arbeitsplatzes etc.) die dem Patienten kontinuirlich und auf lange Sicht zu einer besseren Befindlichkeit verhelfen. Wenn diese psychische Komponente völlig außer Acht gelassen wird, können sich die Beschwerden verschlimmern und in diesem Fall z.B. zu einer manifesten Gastritis oder einem Magengeschwür heranwachsen.

Mit der Psycho-Neuro-Immunologie, konnte man nun endlich wissenschaftlich beweisen, wie sehr die Psyche auf unseren Körper Einfluss nimmt und natürlich auch umgekehrt.  Seit längerem ist bekannt das Stress die Entzündungsherde im Körper anheizt, zu einer schlechteren Wundheilung beiträgt und den Knochenabbau fördert. Dauerstress macht uns krank und ist mittlerweile zum Gesundheistrisiko Nummer 1 geworden.

Prof. Dr. Christian Schubert ist einer der Vorreiter auf diesem Gebiet und konnte mit seinem Team schon interessante Forschungsresultate erzielen. Er erforscht den Mensch in seiner Gesamtheit und konnte feststellen, dass beinahe alles, was eine Person als postive oder negative Erfahrung erlebt, eine Auswirkung auf seine Immunreaktion hat. Ob wir Trauer, Wut, Ärger, Stress, Sehnsüchte oder Ängste haben, all das hat Einfluss auf uns und das nicht nur in der momentanen Lebenssituation, sondern schon von unserer Geburt an.

Studien haben gezeigt, dass starker Stress oder extreme Lebenssituationen das Kind im Mutterleib negativ beeinflussen. Bei der Studie „Icestorm“ wurden schwangere Frauen untersucht, die 1998 in Quebec einer Naturkatastrophe ausgesetzt waren. Damals verwüstete ein Schneesturm das Land und es gab viele Verletzte und Tote. Je stärker die werdenen Mütter dem Stress ausgesetzt waren, desto stärker trat bei den Kindern eine Entwicklungsverzögerung auf. Es konnte auch gezeigt werden, dass die gesundheitliche Konstitution dadurch beeinflusst wird. Es kommt dann oft zu einer gestörten Immunreaktion der Kinder, welche mit einer erhöhten Anfälligkeit für Allergien auftritt. Bei dieser Studie waren die Frauen sehr extremen Stresssituationen ausgesetzt, welche man mit alltäglichem Stress nicht genau vergleichen kann. Trotzdem sollte in der Schwangerschaft darauf geachtet werden, dass die werdende Mutter möglichst wenig Stress ausgesetzt ist.

Eine gute Schwangeschaft gibt leider noch keine Garantie auf die Gesundheit der Kinder, aber man kann einen guten Weg für ein gesünderes Leben ebnen. Die weitere Phase, wo die Weichen für die Gesundheit gestellt werden, sind die ersten drei bis fünf Lebensjahre. Da sich unser Immunsystem langsam entwickelt, können wir in der prägenden Phase viel dazu beitragen um eine gute Basis zu schaffen.

Damit sich Kinder gut entwicklen brauchen sie vor allem: Liebe, Zuwendung, das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Bis ein Kind eine Bindung zu der Mutter oder anderen Bezugspersonen aufbaut, dauert es ca. 6 bis 9 Monate. In der Zeit ist es wichtig, sich um alle Bedürfnisse des Neugeborenen zu kümmern. Eine beruhigende Wirkung auf das Kind hat auch der Stillvorgang, da hier das Liebeshormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Stillen stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind und wirkt beruhigend indem es das Stresslevel senkt. Was man dagegen vermeiden sollte, sind alle bedrohlichen Situationen und zu viele Reize, da diese wiederum Stress hervorrufen. Für Kinder können das häufige Streiterein der Eltern sein, zu wenig Fürsorge und Zuwendung oder auch ständige Reizüberflutung (Fernseher, Handy, Tablet etc.).

Warum schadet Stress unserem Immunsystem?
Jede Entzündung im Körper stellt eine natürliche Stresssituation dar. Um die Entzündung zu reduzieren, schütten wir vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, welches bestimmte Vorgänge der Immunabwehr hemmt. Wenn ein Mensch somit unter Dauerstress steht oder zu hohe Stressspitzen aufweist, ist seine Immunabwehr gestört und anfälliger für Infektionen, sowie auch für schwerere Erkrankungen. Wenn der  Dauerstress anhält, kann der Körper auch nicht mehr gut entspannen. Ruhe und ein guter Schlaf sind aber sehr wichtig, um sich zu regenerieren, sich körperlich fit und wohl zu fühlen.

Stress wird als Hauptversursacher vieler bekannter Zivilisationserkrankungen gesehen.
Und dass dies ein nicht zu unterschätzendes Thema ist, zeigt uns die Tatsache, dass immer mehr junge Menschan an Herz-Kreislauf-Beschwerden, Depressionen oder Burn-out leiden.

Was können wir tun:

  • Körperlich Aktiv sein
    Moderater Sport reduziert die Entzündungsprozesse im Körper und auch unser Stresslevel. Ob das der morgendliche Spaziergang ist, leichter Ausdauersport, Yoga oder auch leichte Gartenarbeit, das alles tut uns gut.

  • Gesunde Ernährung
    Es ist wichtig, dass unser Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und frischen Kräutern ist zu empfehlen.

  • Positive Gedanken und Worte
    Optimismus und eine gute Geisteshaltung sind wichtig, es fördert eine bessere Wundheilung im Körper. Sich ständig mit dem Negativen zu beschäftigen, führt wiederum zu Stress.

  • Zeit für Freunde
    Als soziales Wesen sind wir angewiesen auf gute zwischenmenschliche Beziehungen. Eine nette Umarmung und persönliche Gespräche geben uns soziale Sicherheit.

  • Einen Ausgleich finden
    Ruhe und Erholungsphasen sind notwendig, um das Stresslevel zu senken. Ein gutes Gleichgewicht von Spannung und Entspannung ist wichtig. Wenn wir darauf nicht eingehen, ist der Körper dauernd in Alarmbereitschaft und kann nicht mehr zur Ruhe kommen. Waldspaziergänge, Yoga, Meditation, ein Mittagsschläfchen oder ein gutes Buch zu lesen, hilft uns hier.

Dies ist eine kleine Zusammenfassung aus der Zeitschrift „Natur und Heilen“. Der gesamte Artikel „Psyche und Immunsystem“ ist in der Januar Ausgabe zu lesen. Diese Zeitschrift bringt immer sehr interessante Themen über Gesundheit und alternative Medizin und ich kann sie euch nur weiter empfehlen. :-)

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Karin Lorenz

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