Kräutertees und ihre Wirkung nach TCM

Egal ob im Winter oder im Sommer, bei mir gibt es fast immer warmes Wasser oder Tee zum Trinken. Damit bin ich auch anscheinend nicht die einzige, denn nach Wasser wird Tee am zweithäufigsten auf der ganzen Welt getrunken. Streng genommen fallen aber unter dem Begriff Tee nur die Blätter der Pflanze mit Namen Camellia sinensis. Dazu zählen dann grüner, schwarzer und weißer Tee, sowie Oolong und Pu-Erh. Bei uns wird aber eigentlich alles als Tee bezeichnet, was mit Wasser aufgegossen wird. ;-)

Früher habe ich immer nach Lust und Laune Tee getrunken. Seit meiner Ausbildung weiß ich aber, dass jeder Tee eine bestimmte energetische Wirkrichtung, Thermik, Organbezug und Geschmack hat. Nachdem ich mich nun vielmehr mit den einzelnen Pflanzen beschäftige, bin ich viel achtsamer bei meiner Teeauswahl und beobachte welcher Tee  mir gut tut.

Jedes Kraut hat eine bestimmte Wirkung auf die Organe und ist thermisch entweder kühlend, erfrischend, neutral, wärmend oder erhitzend. Der Geschmack gibt die Grundwirkung vor und wird eingeteilt in: Sauer, bitter, süß, scharf, salzig oder neutral. Oft werden auch mehrere Geschmäcker einem Kraut zugeordnet. In der TCM wird den Kräutern auch eine energetische Wirkrichtung gegeben. Hier unterscheidet mann zwischen aufsteigend, absenkend, zerstreuend und zusammenziehend.

Hier sind 3 Beispiele:

Ingwer
Der Geschmack ist scharf, die thermische Wirkung ist warm und spricht die Organe Lunge, Milz und Magen an. Angewendet wird Ingwer z.B. bei Kälteerkrankungen, Frösteln, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blähungen, Husten mit weißem Auswurf.

Melisse
Der Geschmack ist bitter, leicht adstringierend, aromatisch, die thermische Wirkung ist kühl und spricht die Organe Herz, Leber und Magen an. Verwendet wird die Melisse bei Herzklopfen, Unruhe, Einschlafbeschwerden, Nervosität, Gastritis, Dysmenorrhoe, Fieberblasen.

Schafgarbe
Der Geschmack ist scharf, bitter, süß, leicht aromatisch,  die thermische Wirkung ist neutral bis leicht kühl und spricht die Organe Leber, Milz, Blase und Herz an. Verwendet wird die Schafgarbe bei Verdauungsbeschwerden, Dysmenorrhoe, PMS, Kopfschmerzen, Hypertonie, Entzündung im Magen-Darmtrakt.

Im Sommer ist es daher nicht so ratsam, viel Ingwertee zu trinken, da dieser erwärmend wirkt und wir noch mehr schwitzen würden. In der warmen Jahreszeit eignet sich gut Früchtetee, Melissentee, Pfefferminzetee oder Salbei (dieser hilft auch gut gegen übermäßiges Schwitzen). In den kühleren Monaten sind dann Ingwertee, Beifusstee oder auch die beliegbten Yogitees eine gute Wahl.

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, welche Thermik Ihr Lieblingstee hat, habe ich einige bekannte Kräuter hier aufgelistet.

Kühlend
Birke, Brennessel, Chrysantheme, Frauenmantel, Goldrute, Hagebutte (kühlend bis neutral), Hopfen, Lavendel, Löwenzahn, Lungenkraut, Malve, Melisse, Mutterkraut, Passionsblume, Pfefferminze, Salbei, Früchtetee, Grüntee;

Wärmend
Beifuss, Ingwer, Engelwurz, Fenchel, Ginseng, Isländisch Moos, Kardamom, Mandarinenschale (getrocknet), Rosmarin, Thymian, Wermut, Yogitee;

Neutral
Baldrian, Gerste, Süßholzwurzel, Scharfgarbe (neutral bis leicht kühl), Weizen, Schwarztee (neutral bis warm);

Generell empfiehlt sich, vermehrt einfach nur heißes/warmes Wasser zu trinken. Die Wirkung ist hier neutral und gut für unsere Mitte. Am besten das Wasser kurz aufkochen und dann leicht abkühlen lassen. In der TCM und auch in Ayuveda wird empfohlen, das Wasser 10 Mintuen kochen zu lassen. Dies wurde gemacht um das Wasser zu energetisieren und um aufgrund der Verschmutzung das Wasser trinkbar zu machen.

Je nach dem ob Sie nun ein hitziger Typ sind oder eher zu Kältesymptomen neigen (mehr dazu in meinem Beitrag: Yin und Yang in Balance) können Sie Ihre Teemischungen oder Einzelkräuter achtsamer auswählen. Oft trickse ich ein bisschen und gebe zu einer kühleren Teemischung ein paar Scheiben Ingwer dazu. Da Ingwer wärmend wirkt, hebt er die kühle Wirkung dann etwas auf.

Für alle, die nun mehr über die Wirkung der westlichen Kräuter wissen möchten, kann ich die Bücher von Dr. Florian Ploberger empfehlen. Hier sind alle wichtigen Pflanzen in einem kompletten Portrait zusammengefasst. ;-)

www.florianploberger.com
Zum Beispeil: „Westliche Kräuter aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin“


Hinweis: Jeder Kräutertee oder Mischung sollte nicht über einen längeren Zeitraum durchgehend eingenommen werden. Machen Sie immer wieder Pausen oder wechseln Sie zwischen den Sorten. Bei Fragen zur genauen Einnahme oder ob die Kräuter für Sie passend sind, wenden Sie sich an einen Arzt oder Therapeuten.

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Karin Lorenz

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