DETOX – Aus Sicht der TCM & TEM

Im Winter war alles sehr gemütlich, wir haben viel gegessen und haben uns auch meistens nicht so viel bewegt wie in den warmen Monaten des Jahres. Unsere westlichen Ernährungsgewohnheiten, zu viel – zu fett – zu kalt – zu süß, lassen unsere Verdauung ermüden. Bestimmte Nahrungsmittel wie Milchprodukte, viele Brotmahlzeiten, Schweinefleisch, Weizen, weißer Zucker, Tiefkühlkost, sowie zu viel Rohkost, wirken auf unseren Körper verschleimend und befeuchtend. Das schwächt unsere Mitte, der Nahrungsbrei bleibt länger liegen und dadurch kommt es wiederum zu Gärungsprozessen. Diese „Feuchtigkeit“ im Körper merken wir in Form von Müdigkeit, einer schwachen/trägen Verdauung, Fettablagerungen, Energiemangel, Antriebslosigkeit, schwaches Immunsystem, Gelenkbeschwerden, Cellulite, Wasseransammlungen,...

Frühjahrsmüdigkeit, adé!

Um uns im Frühling wieder fit und vital zu fühlen, ist es wichtig das unser Qi (Lebensenergie) frei fließen kann. Wir können unseren Körper dabei unterstützen und ihn entlasten, indem wir öfters im Jahr sanft entgiften. So werden wir die alten Ablagerungen und den Ballast los und entlasten unsere Entgiftungsorgane (Leber, Niere). Diese gewonnene Energie steht unserem Körper nun zur Verfügung und kommt unserem allgemeinen Wohlbefinden und Immunsystem zugute.

Entgiftung - TCM

Aus Sicht der TCM empfiehlt es sich öfters im Jahr Getreidekuren (mit Reis, Grünkern, Hafer, Hirse, etc.) zu machen. Das heißt, man isst dann mehrere Tage z.B. nur gekochten Reis. Je nach Getreidesorte variiert die Wirkungsweise. Auch Gemüsesuppen eignen sich gut um den Stoffwechsel und unser Verdauungsfeuer anzukurbeln. Sie wirken basisch und entlasten den Körper. Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Ruhephasen und etwas Abstand vom Alltag, tun uns in dieser Zeit gut. Die Chinesische Medizin empfiehlt deshalb, diese Entgiftungstage eher am Wochenende oder in Zeiten von weniger Stress einzuplanen.

Auch körperliche Therapiemethoden wie Schröpfmassage, Schröpfen und Gua Sha regen unseren Stoffwechsel an und Giftstoffe können besser abgeleitet werden.

Entgiftung – TEM

Um die Sicht der Naturmedizin zum Thema Entgiftung noch etwas abzurunden, habe ich Dr. Gerhard Kögler befragt. Er leitet die Ordination Lifeagents in Wien, wo verschiedenste Therapien, sowohl TCM als auch TEM, angewendet werden. Seit drei Jahren bin auch ich Teil dieser lieben Ordination. Unsere Patienten und auch unser Team profitiert von seiner reichen Erfahrung. Deshalb möchte ich auch euch, ein bisschen daran teilhaben lassen.

Die Entgiftung ist mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der Therapie in seiner Ordination geworden. Die wichtigsten Fragen und Infos haben wir hier zusammengefasst.

Warum ist regelmäßige Entgiftung denn überhaupt wichtig?

Dr. Gerhard Kögler: Die Frage wäre zuerst, warum ist Entgiftung überhaupt sinnvoll und in weiterer Folge, warum regelmäßig. Früher gab es auf der Erde nur natürliche Vorkommen an gewissen Metalle und Strahlungen, doch wir waren perfekt daran angepasst. Erst als die Menschen begannen Bergwerke zu bauen um Metalle und Erze abzubauen und weiters die chemische Industrie entstand, sind wir zunehmend diesen Toxinen ausgesetzt. Leider verschwinden die alten Toxine nicht, sondern haben teilweise eine Halbwertzeit von Dekaden bis Jahrhunderten. Das bedeutet, dass sich die alten und neuen Toxine summieren.

Früher bestanden die Toxine für die Menschen mehr aus schlecht verdaulichen Lebensmitteln und Rückständen von Infektionskrankheiten. Das hat sich nun verschoben, hin zu den "künstlichen" Toxinen. Diese befinden sich nun unterschiedlich lange im Körper, wir sprechen von Stunden bis vielen Jahren. Sie setzen sich im Gewebe fest, zum Teil in den Zellen, zum Teil im Interzellularraum. Dort führen sie zu chronischen Entzündungen, genannt Silent Inflammation. Diese wiederum sind einer der Faktoren für die meisten Zivilisationserkrankungen, wie Diabetes, Karzinome, Depression, ALS, Schilddrüsenerkrankungen,..... Zusätzlich sind sie Wegbereiter für bakterielle und virale Erkrankungen, beziehungsweise für Parasiten. Ein weiteres Faktum sind chronische Darmentzündungen auf Grund von Toxinbelastungen. Diese führen nicht nur zu einer Veränderung des Mikrobioms (alle Bakterien in unserem Darm), sondern auch zum bekannten Leaky Gut Syndrom. Hier verschlechtern sich die Schleusenfunktion des Dünndarms für kleinste Nahrungsbestandteile ins Blut. Dadurch kommt es unter anderem zu einer chronischen Überforderung der Leber, die dann die erste Anlaufstelle nach der Nahrungsaufnahme als Entgiftungsorgan ist. Das wiederum hat weitreichende Folgen für unseren gesamten Organismus. Eine veränderte Darmflora alleine hat bereits starke Auswirkungen auf unser soziales Verhalten und unsere Stresstoleranz.

Das bedeutet, dass Entgiftung automatisch Bestandteil jeder Behandlung sein sollte, beziehungsweise sie wichtig als vorbeugende Maßnahme ist. Warum nun eine regelmäßige Entgiftung? Nachdem wir jeden Tag sowohl über die Nahrung, als auch über die Luft Toxine zu uns nehmen, wie z.B. Schwermetalle, Herbizide und Pestizide, sollten wir auch täglich entgiften. Das sollte parallel zu einer Reduktion der Toxine in unserem Leben passieren, wie z.B. biologisches Essen, Zahnpaste, Waschmittel, Duschgels,....

Welche Wirkung kann man dabei im Körper beobachten?

Dr. Gerhard Kögler: Die zu beobachtende Wirkung liegt in einem besseren Immunsystem. Ein besseres Immunsystem vermittelt uns unbewusst ein Stärkegefühl, das wir sofort spüren können. Des Weiteren ist ein Körper mit weniger Toxinen sensibler und wir können dadurch mehr von unserer Umwelt erfahren. Außerdem sinkt unser Stresslevel, weil der Körper weniger Stress mit den Toxinen hat.

Wie kann ich im Frühling gut und sinnvoll entgiften?

Dr. Gerhard Kögler: Es macht immer Sinn, mit der Natur mitzugehen. So wie wir es automatisch mit der Nahrung machen, essen wir im Herbst und Winter eher unser Wurzelgemüse und im Frühjahr, bzw. Sommer die Frischpflanzen. Das gilt auch für die Entgiftung. Im Frühjahr bieten sich die jungen Triebe an, um daraus Tee herzustellen. Die frisch verarbeiteten Pflanzen haben dabei den stärksten Effekt. Wir sprechen im Frühjahr auch mehr von einer Ausleitung, das bedeutet eine sanfte Mobilisierung von Toxinen aus dem Gewebe, kombiniert mit einer stärkeren Bewegung und Ausscheidung von Körpersäften. Diese vermehrte Ausscheidung geht in der Regel über die Niere und daher sollte die Niere parallel gekräftigt werden, z.B. indem man die Teemischung mit der Goldrute bereichert. Gute Pflanzen für Ausleitungen im Frühjahr sind Spitzwegerich, Löwenzahn und Brennnessel. Beim Spitzwegerich kann man auch den braunen Knospenstand knabbern, schmeckt fein und nussig und beim Löwenzahn kann man auch täglich fünf Stengel essen. Löwenzahn wirkt nicht nur entgiftend, sondern unterstützt auch die Leber durch Ableitung von einem Übermaß an Hitze und Trockenheit. Dies ist besonders wegen der oben beschriebenen Belastungen der Leber wichtig. Eine tolle Entgiftungspflanze ist auch das bittere Kreuzblümchen, welches man an bestimmten Plätzen auch in Ostösterreich findet. Ihm wird eine gute Entgiftung von Schwermetallen nachgesagt. Sehr empfehlenswert ist auch der griechische Zistrosentee und zur Ausleitung von Aluminium eine Kombination von Koriandersamen und Ackerschachtelhalm.

Unabhängig von der Jahreszeit, sollte Entgiftung über das ganze Jahr stattfinden. Sowie im Frühjahr die Ausleitung mit jungen Trieben im Vordergrund steht, sind es im Herbst die Wurzeln, in die die Pflanze nun die ganze Kraft steckt. Allgemein haben sich auch die Chlorella Alge und Heilerde gut bewährt und auch Mischtinkturen, die neben Chlorella und Koriander auch Engelwurz, Bärlauch, Mariendistel, Meisterwurz und Wegwarte beinhalten, empfehle ich gerne meinen Patienten. Das wichtigste ist jedoch, dass man diese verschiedenen Pflanzen zur Entgiftung regelmäßig austauscht. So kann man jedes Monat eine andere Form wählen und ist dadurch am effektivsten.

Achtung:
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass Schwangere, stillende Frauen, Kinder, sowie geschwächte oder kranke Personen, eher aufbauende Ernährung benötigen, bzw. sich von einem Arzt beraten lassen.

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Karin Lorenz

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